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Saturday, 30 April 2011 20:29

Community? Kommunity!

WRITTEN_BY  connormarc

Irgendwie verstehe ich die ganze Aufregung um das Thema Crowdfunding nicht ganz. Vielleicht fehlt mir einfach bislang der elektrisierende Moment bei dem Gedanken, dass eine unbestimmte Anzahl von Menschen (Crowd) ein z.B. kulturelles Projekt „im Netz“ finanziert (Funding).

Auch die Begeisterung für die „Community“ kann ich vor dem Hintergrund der „Kommunity“ nicht ganz nachvollziehen. Das mag daran liegen, dass ich das Internet nicht getrennt von allem, was nicht Internet ist denken kann. Man mag das mangelndes Abstraktionsvermögen meinerseits nennen.

 

Anders gesagt: Werden „im Netz“ auf einer Crowdfunding-Plattform 2.500 Euro in X Tagen für das Projekt Y gesammelt, dann kann das durchaus Aufsehen erregen. Es ist wohl schon bemerkenswert, wenn Menschen im Internet Beträge von A nach B transferieren. Daran sollte man sich also gewöhnen. Oder liegt der faszinierende Moment in der Identifikation mit einem Projekt oder einer Idee, kommuniziert über die Social-Media-Kanäle? Oder habe ich da wieder einmal etwas überhaupt nicht verstanden?

 

Wird ein Gemeinwesen wie Bergneustadt für das in die Jahre gekommene Freibad aktiv, kooperiert mit einer Bank und sammelt in einem Monat über 130.000 Euro, dann interessiert das natürlich die Menschen vor Ort (schließlich ist es ja ihr Freibad), aber eine weitläufigere Resonanz sucht man hier vergebens „im Netz“.

 

Man könnte auf den Gedanken kommen, hier ist einfach zu viel „Kommunity“ und weniger die heiß beschworene „Community“ im Spiel. Zu viel analog, dafür zu wenig digital. Es kommt beim Spendensammeln scheinbar nicht mehr in erster Linie darauf an, wie viel eine Gemeinschaft sammelt sondern eher darauf, wie oder auf welche Art und Weise. Das Medium ist „na klar“ die Botschaft und die lautet wohl an dieser Stelle:

 

Digital ist besser. Zumindest für die „Community“.

 

Vielleicht sind sie ja tatsächlich großräumig abgebrochen, die „Brücken“ zu dem Raum, der nicht Internet ist. Wenn es denn je stabile Brücken gab. Lang lebe die Kommunity!

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