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Tuesday, 02 August 2011 21:27

Mikrospenden: Elektronische Sammel(sub)systeme mit Zukunft?

WRITTEN_BY  connormarc

Man muss wahrlich weder Prophet noch Banker sein um guten Gewissens (?!) zu behaupten: Mikrospenden, Kleinstspenden oder Microdonations oder wie man sie nennen mag werden im Spendenwesen der Zukunft eine Rolle spielen. Ob nun Neben- oder Hauptrolle oder aber als Statist wird abzuwarten bleiben, denn wenn es um elektronische Spenden geht, führt kein Weg an den mündigen Kunden vorbei. Und ohne eine breitenwirksame Akzeptanz des jeweiligen Mikrospenden-Systems bleibt der Ansatz „wenig von Vielen“ weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

 

 

Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Mikrospenden sind rar. Und während heute noch keine Bank mit den Möglichkeiten elektronischer Spendensysteme experimentiert, ist der Handel hier schon einen kleinen Schritt weiter. Auf diesem Gebiet leistet in Deutschland das „Runden und Spenden“-Projekt hierzulande Pionierarbeit, während in the UK die „Electronic Charity Box“ auf Kleinstspendentauglichkeit getestet wird. Letztere seit 2010 und auch mit ersten, öffentlichen Ergebnissen:

 

"577,000 consumer donations, most of 10p or less, have been made since launch in November 2010 raising £136,000 for charities"

 

mit anderen Worten:

 

"The majority of the individual donations have been 10p or less, demonstrating how pennies can add up"

 

"10p oder less"- In den meisten Fällen weniger als 10 Pence je Spende.  Wie sind diese ersten Ergebnisse nun zu interpretieren und inwieweit lassen sich diese mit dem Ansatz eines automatisierten, regionalen Bank-Mikrospendens in Beziehung setzen, zumal letzteres heute nur als Phantasie und abstraktes Rechenmodell für den Einsatz in zentralen Recheneinheiten von IT-Dienstleistern regionaler Banken existiert?

 

Anders gefragt: Wie mikro darf mikro beim Spenden eigentlich sein?

 

Viel genaues weiß man nicht, aber ein Fakt fällt ins Auge: Mikrospenden bzw. „Rundungs-Systeme“ im Handel bedeutet, neben zahlreichen psychologischen Effekten, bei den potentiellen Spendern auch oder vor allem die Auseinandersetzung mit den angesetzten Preisen der Produktpalette.

 

„The majority of the individual donations have been 10p or less, demonstrating how pennies can add up“

 

Anders formuliert: Wo ein Großteil oder die Mehrzahl der Preise sehr nah an der nachfolgenden Kommastelle angesiedelt ist, fällt die Differenz, die durch das Aufrunden zur Spende transformiert wird, eher gering aus. Vielleicht im Durchschnitt „nur“ 10 Pence oder weniger? Klassisches Beispiel ist hier der Einkauf zum Preis von 8,99 bei einer parallelen Kleinstspende von 1 Penny.

 

Ein Effekt, der sich mitunter aus der Preisgestaltung ergibt und sicher auch nur ein Ansatz, unter dem Mikrospenden im Handel kritisch betrachtet werden können.

 

Wie ist dieser Punkt nun, als abstrakte Überlegung, in Bezug auf Bank-Spendensysteme zu betrachten? In dieser Frage gibt es nur grobe Schätzungen meinerseits. Ein grundlegender Unterschied zu Sammelsystemen im Handel liegt bei Banken darin, dass es sich nicht um sog. „Roundup“-Transaktionen handelt, wie sie bis dato am POS eingesetzt werden.

 

In einem theoretischen, einfachen Ansatz geht es beim Bank-Mikrospenden darum, dass durch ein automatisiertes Verfahren der Kontostand eines Spenders 4 Mal im Monat ermittelt wird, inkl. der an diesem Tag "zufällig" vorhandenen Mikrospende (Nachkommastelle bzw. wahlweise Nachkomma- und Vorkommastelle in einem erweiterten Verfahren). Dieser ermittelte Betrag stellt die Spende an diesem Tag dar. Eine Kopplung an die Preisgestaltung im Handel findet damit nicht oder allenfalls indirekt statt.

 

Ob nun durch diesen grundlegenden Unterschied zwischen Mikrospenden im Handel und in einer Bank gravierende Unterschiede in der erzielten Spendenhöhe zu Tage treten, weiß bis heute kein Mensch.

 

Oberflächlich betrachtet scheint es sich bei beiden Ansätzen (mehr oder weniger) um Zufallsbeträge zwischen 1 und 99 Cent bzw. Pence zu handeln. Im Detail bin ich der Meinung, dass ein Bank-Mikrospenden-System wesentlich höhere Spenden generieren kann, als „Rundungs-Systeme“ im Handel. Ohne Gewähr.

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