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Sunday, 31 July 2011 21:57

(Klein)Spenden und Gemeinschaften in Gärten

WRITTEN_BY  connormarc

„Bei Geld hört die Freundschaft auf“. Das ist bekannt, das ist überliefert, das ist (hoffentlich) nur die halbe Wahrheit. Denn gerade Gemeinschaftsgärten, und davon wachsen nun neuerdings nicht gerade wenig in, an, um und auf städtischem Grund und Boden sollen nicht nur Pflanzen sondern eben auch Freundschaften gedeihen lassen.

 

 

 

 

 

Die Frage ist, auf welcher Basis diese zwischenmenschlichen Verbindungen entstehen. Anders gesagt: Vielleicht wird gerade das Thema Geld, im Zusammenhang mit Gemeinschaftsgärten und damit deren Finanzierung, auch ein gemeinschaftliches Spenden von Geld mehr und auch tiefer in das Bewusstsein der (gemeinschaftlich) „gartelnden“ Menschen rücken.

 

Der Gedanke, dass gemeinschaftlich Genutztes auch finanziell von einer Gemeinschaft „getragen“ wird ist nun wirklich ein ganz „alter Hut“. Die Frage der konkreten Realisation dieses Vorhabens wird aber im Zeitverlauf immer wieder neu zu beantworten sein, denn Bewusstsein und technologische Entwicklungen sind bekanntermaßen eng aneinander gekoppelt.

 

Man kennt das Gedankenspiel:

 

In einem Gemeinschaftsgarten gärtnern soundsoviel Menschen. Wenn jeder (nur) einen kleinen Betrag zum Erhalt oder zur Entwicklung des Projektes beitragen würde, käme (regelmäßig) soundsoviel Geld zusammen.

 

Oftmals ist das Ergebnis ebenso verblüffend wie die Erkenntnis, dass hier die Wirklichkeit offenbar anders rechnet.

 

Hätte, wäre, wenn. In vielen Fällen bleibt leider nur das Gedankenspiel, denn neben hartnäckig auftretenden Phänomenen wie das der Verantwortungsdiffusion gibt es zahlreiche weitere, psychologische Hemmschwellen, die eine gemeinschaftliche Finanzierung durch Spenden erschweren. Die Höhe der Spende ist vielleicht eine davon. Die Realisierung von Regelmäßigkeit der Spende eine Andere. Eine gewisse „Gleichverteilung“ der Spendenhöhe sollte auch nicht unbedingt außer Acht gelassen werden, es sei denn, die Tatsache, dass ein Gemeinschaftsgarten von einem oder nur wenigen Menschen „getragen“, finanziert wird, stößt nicht auf weitere Irritationen bei den Übrigen.

 

Geht man davon aus, dass der Gedanke einer gemeinschaftlichen Finanzierung durch Spenden von (möglichst) vielen Menschen Bestand hat und weiterverfolgt werden sollte, dann landet man früher oder später bei technischen Lösungen, wie sie z.B. für das Freibad in Gummersbach Bergneustadt erfolgreich eingesetzt wurde.

 

Hintergrund ist in diesem Fall eine durch die Bank bereit gestelltes, technisches „Tool“, das sowohl als motivierender Faktor als auch in der Form eines verlässlichen Multiplikators eine wichtige Rolle einnimmt. Denn bei Themen wie Sicherheit, Vertrauen und Regionalbezug ist die (regionale) Bank eben die Bank, was sich damit auch mit einem guten Gewissen weiterverbreiten lässt.

 

Nun darf man sich fragen, wieso und weshalb Gemeinwesen-Bank-Kooperationen dieser Art bei Weitem die Ausnahme und nicht eben die Regel darstellen. Außerdem könnte man sich in diesem Zusammenhang auch Gedanken darüber machen, inwieweit auch weitere technische Möglichkeiten, wie sie Banken unserer Zeit zur Verfügung stehen, in das Zentrum einer (regelmäßigen) und gemeinschaftlichen Geldmittelbeschaffung für Gemeinschaftsprojekte vor Ort gestellt werden können.

 

Die erste Frage ist, meiner Meinung nach, nicht allzu schwer zu beantworten:

 

Banken sind, ihrem Ursprungsgedanken nach, keine regionalen Spendensammelstellen. Vielmehr agieren sie, neben ihrem Kerngeschäft, selbst als spendende Institutionen in einer nicht zu unterschätzenden Größenordnung. Die Transformation zur regionalen „Sammelstelle“ würde nicht nur ein breitenwirksames Bewusstsein für das Thema Bank-(Mikro)fundraising sondern auch eine entsprechende Nachfrage auf Kundenseite erfordern.

 

Gemessen am Interesse, das heute abzulesen ist, da auch Banken zunehmend auf einem Prüfstand stehen, ist die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Gebiet tiefgreifendere Entwicklungen auf den Weg zu bringen allerdings eher gering. Ausgeschlossen ist es nicht.

 

Die zweite Frage, die nach den weiteren, technischen Möglichkeiten von Banken und deren IT-Dienstleistern ist schwerer zu beantworten. Grundsätzlich können Banken über eine technische Infrastruktur verfügen, die auch automatisiertes, regelmäßiges Sammeln von Klein- und Kleinstbeträgen ermöglicht. Es stellt sich dabei die Frage nach den hierfür anfallenden (Verwaltungs)Kosten. In dieser Frage, die wohl am Ehesten durch Kostentransparenz beantwortet werden kann stoßen Banken aber an Grenzen der Auskunft, die sie sich als Banken selbst gesteckt haben.

 

Was bleibt ist die offene Frage nach zukünftigen, tragfähigen Finanzierungsmodellen von (regionalen) Gemeinschaftsprojekten unter Berücksichtigung der Gefahr, dass bei Geld eben die Freundschaft aufhört oder aufhören kann. Ob diese Freundschaften in Gemeinschaftsgärten oder anderswo entstanden sind spielt keine Rolle. Spendensammeln wird bei der Frage der Finanzierung sicherlich eine Rolle spielen. Inwieweit sich Banken letztlich an möglichen Lösungen beteiligen, darüber lässt sich wohl nur vage spekulieren.

 

 

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